Euhemerismus ist die antike Praxis, Götter als historische Könige und Erfinder zu deuten
Der Euhemerismus ist eine rationale Interpretationsmethode, die mythologische Götter als historische Könige und Erfinder betrachtet, deren Taten im Laufe der Zeit ins Göttliche übersteigert wurden.
Diese Denkschule ist nach dem griechischen Philosophen Euhemeros benannt, der um 320 v. Chr. lebte. Sie besagt, dass Mythen eigentlich verzerrte historische Aufzeichnungen sind. Euhemeros argumentierte, die olympischen Götter seien ursprünglich mächtige sterbliche Herrscher gewesen, die von ihren Untertanen vergöttert wurden. So deuteten frühe Rationalisten wie Herodot den Raub des Feuers durch Prometheus als Erinnerung an einen König, der Metallurgie und Seefahrt lehrte.
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