Strebepfeiler ließen kathedralen in die höhe ragen
Strebepfeiler waren ein mittelalterliches ingenieurwunder. Sie ermöglichten es gotischen kathedralen, unglaubliche höhen zu erreichen. Heilige räume wurden mit dem ätherischen glanz von buntglasfenstern gefüllt.
Gotische kathedralen, die erstmals im 12. jahrhundert in frankreich auftauchten, nutzten strebepfeiler als geniale externe stützen. Diese bogenförmigen strukturen leiteten das immense gewicht der gewölbedecken nach außen ab. So wurden die innenwände von schweren lasten befreit. Diese innovation ermöglichte den bauern, außergewöhnlich hohe wände und riesige buntglasfenster zu errichten. Die kathedralen wurden mit farbigem licht durchflutet und symbolisierten göttliche erleuchtung. Die 1163 begonnene notre-dame-kathedrale in paris zeigt diese eleganten stützen. Sie stützen ihr 33 meter hohes kirchenschiff. Dieser architektonische durchbruch verschob nicht nur die grenzen der mittelalterlichen ingenieurkunst. Er verbesserte auch das spirituelle erlebnis der gläubigen tiefgreifend. Sie fühlten sich dem himmel näher.