Rousseaus „Bekenntnisse“ begründeten die moderne Autobiografie
Jean-Jacques Rousseaus „Bekenntnisse“ waren bahnbrechend. Sie boten ein schonungslos ehrliches Selbstporträt. Damit begründeten sie das moderne Autobiografie-Genre. Sie beeinflussten unzählige Autoren.
Jean-Jacques Rousseaus „Bekenntnisse“ revolutionierten die Autobiografie. Sie wurden 1782 und 1789 posthum veröffentlicht. Frühere Werke idealisierten ihre Subjekte. Rousseaus zweibändige Memoiren, geschrieben zwischen 1765 und 1770, waren anders. Er erforschte furchtlos persönliche Fehler, Emotionen und intime Erfahrungen. Dazu gehörten Diebstahl und unerwiderte Liebe. Er wollte sich „so wie ich war“ zeigen. Dies stellte gesellschaftliche Normen des 18. Jahrhunderts in Frage. Solche Offenheit war damals skandalös. Diese rohe Ehrlichkeit beeinflusste spätere Autoren wie Benjamin Franklin. Das Genre verlagerte seinen Fokus auf psychologische Introspektion. Es ging nicht mehr nur um Chronologie. Sein Einfluss demokratisierte persönliche Erzählungen. Er ermutigte Individuen, ihr Innenleben zu erforschen.