Literarische Charaktere kennen keine Identitätskrisen

Philosophie
Literarische Charaktere kennen keine Identitätskrisen

Die Philosophin Amélie Rorty argumentiert, dass literarischen Charakteren ein innerer Kern fehlt, was sie immun gegen die für das moderne Selbst typischen Identitätskonflikte macht.

In ihrer Studie über die menschliche Identität aus dem Jahr 1976 definierte die Philosophin Amélie Rorty sieben verschiedene Ebenen des Personseins. Sie argumentierte, dass die grundlegendste Ebene – der Charakter – nicht durch eine einheitliche Seele, sondern durch eine feste Kombination wiederholbarer Eigenschaften bestimmt wird. Da ein Charakter lediglich eine Ansammlung dieser Merkmale ist, kann er keine Identitätskrise erleben. Er fragt sich nicht, wer er wirklich ist; er zeigt je nach sozialem Umfeld einfach unterschiedliche Facetten.

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