Meerentsalzungsanlagen erzeugen unterseeische Flüsse aus schwerem Salzwasser
Jeder Liter Süßwasser aus dem Meer hinterlässt einen Schatten aus flüssigem Salz, der wie eine unsichtbare Lawine über den Ozeanboden gleitet.
Moderne Entsalzungsanlagen gleichen riesigen physikalischen Experimenten, die Meerwasser in zwei völlig unterschiedliche Ströme trennen. Für jeden Liter Trinkwasser fallen etwa 1,5 Liter hochkonzentrierte Sole an. Diese Restflüssigkeit ist fast doppelt so salzig wie der Ozean und damit deutlich schwerer als das umgebende Wasser. Anstatt sich zu vermischen, sinkt die Sole wie eine Kaltfront sofort zum Meeresboden ab. Dort bildet sie unterseeische Flüsse, die kilometerweit über den abfallenden Grund fließen.