Japan debattiert über die erste Verfassungsänderung seit achtzig Jahren
Seit fast acht Jahrzehnten verzichtet Japan verfassungsrechtlich auf das Recht zur Kriegsführung. Doch die aktuellen globalen Spannungen stellen diesen Grundpfeiler der nationalen Identität nun infrage.
Seit 1947 dient Artikel 9 der japanischen Verfassung als ein weltweit einzigartiges Rechtsversprechen. Er untersagt dem Land ausdrücklich, Streitkräfte mit 'Kriegspotenzial' zu unterhalten. Diese pazifistische Klausel prägte die Nachkriegszeit und machte Japan zu einem globalen Symbol für institutionalisierten Frieden. Nun hat Premierministerin Sanae Takaichi jedoch eine formelle Debatte über die Reform dieser Regeln angestoßen.