Viele Religionen kennen einen 'deus otiosus' – einen untätigen Gott, der sich nach der Schöpfung zurückzog
In vielen Mythologien gibt es einen 'deus otiosus' – eine oberste Schöpfergottheit, die nach vollbrachter Arbeit untätig wird oder sich vollständig aus den menschlichen Angelegenheiten zurückzieht.
Das Konzept des 'untätigen Gottes', geprägt vom Religionshistoriker Mircea Eliade, beschreibt eine Hochgottheit, die die alltägliche Herrschaft an niedere Geister oder Ahnen delegiert. In den Mythen der Herero in Namibia ist der Schöpfer Ndjambi Karunga zwar gütig, bleibt aber fern. Die Menschen interagieren stattdessen mit unmittelbareren, launischen Geistern. Auch in baltischen Traditionen entfremdete sich der Himmelsgott Dievas so sehr von der Welt, dass er durch aktivere Gottheiten wie Perkūnas ersetzt wurde.
Es gibt mehr zu lesen — öffne die App, um weiterzulesen.