Warum wir unseren verblassenden erinnerungen zu sehr vertrauen
Mit der Zeit nimmt unser Vertrauen in Erinnerungen oft zu, obwohl ihre Genauigkeit abnimmt. Dies zeigt eine überraschende Diskrepanz, wie unser Gehirn die Vergangenheit abruft.
Unser Gehirn spielt uns einen Streich. Wenn Erinnerungen an ein Ereignis verblassen, wächst oft unser Vertrauen in sie. Diese Diskrepanz bedeutet, dass wir uns bei Details sicherer fühlen, die tatsächlich unschärfer werden. Studien zeigen, dass die Genauigkeit der Erinnerung über Monate um 50 % oder mehr sinken kann. Das Vertrauen kann jedoch um 20-30 % steigen. Diese Selbstüberschätzung rührt daher, dass unser Gehirn Lücken füllt. Es erzeugt ein lebendiges, aber potenziell falsches Gefühl von Authentizität. Dieses Phänomen hat ernste Auswirkungen. Es trägt zu schätzungsweise 70 % der Fehlurteile in Fällen von DNA-Entlastungen bei.