Heidegger transformierte Husserls Philosophie radikal
Martin Heidegger wandelte Edmund Husserls Phänomenologie um. Aus einer Bewusstseinsstudie wurde eine tiefgreifende Erforschung der menschlichen Existenz und des In-der-Welt-Seins.
Martin Heidegger nahm die philosophische Methode seines Mentors Edmund Husserl, die Phänomenologie, und gestaltete sie völlig neu. Husserl, der "Vater der Phänomenologie", beschrieb bewusstes Erleben. Er klammerte dabei Annahmen über die Welt aus. Heidegger, der bei Husserl studierte und ihm nachfolgte, übernahm diesen Ansatz. Er verlagerte jedoch dessen Fokus. In seinem Werk *Sein und Zeit* von 1927 wechselte Heidegger. Er ging vom Studium des Bewusstseins zur Erforschung des konkreten, gelebten Erlebnisses des "Daseins" über. Das Dasein ist das menschliche Sein, eingebettet in die Welt. Dies machte die Phänomenologie zu einer Frage der Existenz selbst. Es ging nicht mehr nur darum, wie Dinge dem Geist erscheinen. Heideggers Entwicklung beeinflusste Existenzialismus, Psychologie und Umweltgedanken tiefgreifend. Sie bot neue Wege, das menschliche Leben zu verstehen. Seine späteren Kritiken an Husserls Idealismus lösten zudem wichtige philosophische Debatten aus.