Bharatanatyam-Mudras erzählen Geschichten aus hinduistischen Epen
Bharatanatyam-Tänzer nutzen über 120 komplexe Mudras. Diese symbolischen Handgesten erzählen schweigend epische Geschichten. Sie stammen aus hinduistischen Schriften. Alte Kunst und fesselndes Erzählen verbinden sich dabei.
Bharatanatyam ist ein alter indischer klassischer Tanz. Er nutzt komplexe Handgesten, Mudras genannt. Damit werden Geschichten aus hinduistischen Epen erzählt. Beispiele sind das Ramayana und Mahabharata. Diese symbolischen Bewegungen stammen aus dem Natya Shastra (2. Jahrhundert v. Chr.). Tänzer drücken damit Emotionen, Charaktere und Wendungen aus. Dies geschieht wortlos. So entsteht eine visuelle Sprache der Mythologie. Zum Beispiel kann das 'Pataka'-Mudra einen Fluss oder eine Waffe darstellen. Die Finger sind dabei wie eine Flagge ausgestreckt. Diese Erzähltechnik heißt Abhinaya. Sie macht den Tanz zu einem lebendigen Archiv Indiens Kulturerbe. Moderne Wiederbelebungen haben über 120 Mudras standardisiert. Ihre weltweite Entwicklung wird so gesichert.