Wenche Selmer schlief auf Baustellen, um den Wind zu studieren
Die norwegische Architektin verbrachte Nächte im Freien, um Licht und Wind präzise zu kartieren, bevor sie den ersten Entwurf zeichnete.
Wenche Selmer gehörte zu den wenigen Frauen, die in der skandinavischen Architektur des 20. Jahrhunderts Weltruhm erlangten. Ihre Arbeitsweise war dabei so rau wie die norwegische Küste, die sie prägte. Bevor sie eines ihrer dreißig Sommerhäuser entwarf, campierte Selmer auf dem unerschlossenen Land. In diesen Nächten notierte sie akribisch, wie das Licht der Abendsonne auf die Felsen fiel und aus welcher Richtung die Brise wehte.