Pendler in Seoul wachen exakt eine Station vor ihrem Ziel auf
Durch die Synchronisation ihres Gehirns mit den Vibrationen und Fahrzeiten der Metro haben Pendler in Seoul die Kunst des präzisen Powernappings perfektioniert.
Tief in den Tunneln der Metro von Seoul verharren tausende Pendler in einer Art Starre. Ihre Köpfe wiegen sanft im Rhythmus der Schienen. Dies ist kein Zeichen reiner Erschöpfung, sondern eine hoch entwickelte Überlebensstrategie für den Großstadtdschungel. Schlafforscher fanden heraus, dass südkoreanische Fahrgäste routiniert zehn bis zwanzig Minuten ruhen können. Sie wachen punktgenau auf, wenn sich die Türen an ihrem Zielort öffnen.