Nietzsches Wahnsinn: Syphilis oder etwas anderes?
Der geistige Kollaps des Philosophen Friedrich Nietzsche wurde lange Syphilis zugeschrieben. Moderne Forschung deutet jedoch auf andere Möglichkeiten hin. Dies verleiht dem Ende seiner bahnbrechenden Karriere ein Rätsel.
Der einflussreiche Philosoph Friedrich Nietzsche erlitt 1889 einen schweren Nervenzusammenbruch. Seine letzten 11 Jahre verbrachte er in geistiger Umnachtung. Man glaubte lange, tertiäre Syphilis sei die Ursache. Diese bakterielle Infektion war damals verbreitet. Moderne Forscher bezweifeln diese Diagnose jedoch. Der frühe Tod seines Vaters und Nietzsches eigene Gesundheitsprobleme, wie Migräne, stützten die Syphilis-Theorie. Heute werden aber auch andere Erklärungen in Betracht gezogen. Dazu gehören ein Hirntumor oder vaskuläre Demenz. Diese Unsicherheit macht die Geschichte des Denkers noch faszinierender. Seine radikalen Ideen zum 'Willen zur Macht' prägen das moderne Denken. Die späteren Änderungen seiner Schwester an seinen unveröffentlichten Werken verkomplizieren sein Erbe zusätzlich.